German edition of The Witchwood Crown to be split into two volumes

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erman publisher Klett-Kotta announced this today: the first volume of Tad Williams’ latest High Fantasy Series “The Last King of Osten Ard” turns out to be considerably larger than has been planned. Instead of the 800 pages which had been assumed to amount to in the German version, its extent will now be nearly 1,300 pages.

To make sure that our numerous fans get a quick access to the German version we have, together with Tad Williams, settled that the work will be split in two parts and will be out in September and November. As Stephan Askani, editor of the Hobbit-Presse, has it: “If we handled it any other than that, the publication date (of a one-volume-edition) would have to be postponed until November, although two translators are working intensely on the text.”

Die Hexenholzkrone Bd. 1 will amount to about 750 pages, Bd. 2 will be about 550 pages. Each of the  volumes will cost 20 Euro.

Neues von Tad Williams

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lett-Kotta in einer Presseerklärung von heute: Der erste Band von Tad Williams neuer High-Fantasy-Serie Der letzte König von Osten Ard wird wesentlich umfangreicher als geplant. Statt der für die deutsche Ausgabe ursprünglich angenommenen ca. 800 Seiten, wird Die Hexenholzkrone  nun auf einen Umfang von fast 1.300 Seiten kommen.
Um den zahlreichen Fans einen möglichst raschen Zugang zur deutschen Ausgabe zu ermöglichen, wird das Buch in Absprache mit Tad Williams in zwei Teile aufgeteilt und im September und November 2017 veröffentlicht.
Hobbit-Presse-Lektor Stephan Askani : „Würden wir nicht so verfahren, würde sich der Erscheinungstermin einer einbändigen Ausgabe auf November verschieben, obwohl bereits zwei Übersetzer unter Hochdruck am Text arbeiten.“

Die Hexenholzkrone Bd. 1 wird etwa 750 Seiten umfassen, der Bd. 2 etwa 550 Seiten.
Beide Bände werden jeweils 20,- € kosten.

Band 1: Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann und Wolfram Ströle
1. Aufl. 2017, ca. 800 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94953-7
Erscheinungstermin 05.08.2017

Band 2: Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann und Wolfram Ströle
1. Aufl. 2017, ca. 550 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-96196-6
Erscheinungstermin 11.11.2017

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Ein Interview mit Tad Williams, Teil 4

Here is part 4 of “An Interview with Tad Williams”, translated into German by OstenArd.com contributor Olaf.

Genau wie Tad Williams, haben wir versucht mit drei Teilen auszukommen, aber es sind dann doch vier geworden. Im Anschluss ist Teil vier von OstenArd.coms Interview mit dem internationalen Bestseller Autor Tad Williams. Er ist Autor der „Chronik der großer Schwerter“, und der „Otherland“, „Shadowmarch“ und „Bobby Dollar“ Romane und hat kürzlich bekannt gegeben, dass er die erste Fassung von „The Witchwood Crown“, des ersten Bandes einer Nachfolgetrilogie zu seinem Klassiker „Chronik der großen Schwerter“, fertig gestellt hat. „The Witchwood Crown“ soll im Frühjahr 2016 erscheinen, aber ein genaues Datum steht noch nicht fest.

Die folgenden Fragen wurden von Lesern des Tad Williams Message Boards und Mitarbeitern von OstenArd.com gestellt. In diesem Teil des Interviews fragen wir Tad Willians nach Plänen für die Veröffentlichung der neuen Bücher und Hörbücher, ob es Neuausgaben der ersten drei Bände der „Chronik der großen Schwerter“ geben wird und was er als größte Herausforderung beim Schreiben eines wesentlich älteren Simons, einer Miriamele, eines Binabik und der ganzen anderen Charaktere empfand (wenn er es denn überhaupt als Herausforderung empfand).

OstenArd.com: Tad, die neue Reihe wird sicherlich ein großes Buch Event werden und die Verlage für die amerikanischen und britischen Ausgaben sind bereits angekündigt. Gibt es bereits weitere Verleger über die du sprechen kannst? Gibt es schon Pläne wie die neuen Bücher veröffentlicht und vermarktet werden sollen? Wird es Hörbücher zu den neuen Romanen geben?

Tad Williams: Ich bin ziemlich sicher, dass es Hörbücher auf Englisch und Deutsch geben wird, obwohl ich noch keine Details kenne. Zu all den anderen Fragen, kann ich wirklich nichts sagen. Deborah (Tads Ehefrau und Geschäftspartnerin Deborah Beale) weiß darüber wahrscheinlich mehr. Ich gebe nur mein Bestes um diese Bücher zu schreiben.

OstenArd.com: Wird es Neuausgaben der Original Trilogie geben? Als gebundene Ausgaben? Im Hörbuchformat? Irgendwelche Neuigkeiten dazu?

Tad Williams: Dazu die gleiche Antwort wie oben. Aber wir drängen auf eine Neuausgabe.

OstenArd.com: Im „Re-read der Chronik der großen Schwerter“ auf dem Tad Williams Message Board hatten wir großen Spaß dabei alle möglichen Verweise auf Mythologien, historische Ereignisse oder andere Bücher zu suchen. Können wir damit rechnen, dass auch der „Letzte König“ voll mit solchen Verweisen sein wird? Gibt es einen besonderen Verweis in der „Chronik“, den du besonders gemocht hast und den noch niemand gefunden hat? Gibt es also noch einen versteckten Verweis?

Tad Williams: Ich habe wirklich keine Ahnung, ob es noch irgendwelche versteckten Hinweise gibt, die den laserscharfen Augen des Tad Williams Boards entgangen sind. Beim nächsten Wiederlesen halte ich die Augen danach auf. Wahrscheinlich muss ich die Bücher noch einmal lesen bevor ich den ersten neuen Band abschließen kann, und falls ich noch etwas finde, dann lass ich es euch wissen. Aber es ist immer besser, wenn ihr solche Dinge selbst findet, denn selbst, wenn ich etwas nicht als Hinweis gemeint habe, kann ich weise gucken und nicken und sagen: „Aber ja, das. Das war sehr schlau von mir, nicht wahr?“

OstenArd.com: Gab es Aspekte beim Schreiben des 30 Jahre älteren Simon oder der 30 Jahre älteren Miriamel (oder irgendeines anderen Charakters der „Chronik“, die auch im „Letzten König“ wieder auftauchen), die du überraschend oder herausfordernd gefunden hast?

Tad Williams: Es ist wirklich noch zu früh das zu sagen, denn hier wird es nicht nur darum gehen wer diese Charaktere am Anfang sind, sondern wie sie sich im Laufe der Bücher verändern. Genau wie im Verlauf der „Chronik“. Aber das wir sie alle als junge Menschen kennen, ist alles eine Herausforderung. Der Unterschied zwischen einen Teenager und einen Erwachsenen ist so groß als hätte man es mit zwei verschiedenen Menschen zu tun. Aber ich denke, ich kann euch mehr darüber sagen, wenn ich tatsächlich mit dem ersten Band fertig bin (auch mit allen Überarbeitungen), denn dann kann ich „Die Hexenholz Krone“ als Roman lesen, der mir viel darüber sagen wird ob sich die älteren Simon und Miriamel richtig und angemessen anfühlen.

(Herausgeber: Dies schließt unser mehrteiliges Interview mit Tad Williams ab. Wir möchten kurz innehalten und uns bei Tad Williams und Deborah Beale für ihre Zeit bedanken. Außerdem vielen Dank an die Mitglieder des Tad Williams Message Boards, die viele tolle Fragen gestellt haben.)


Ein Interview mit Tad Williams, Teil 3

Here is part 3 of “An Interview with Tad Williams”, translated into German by OstenArd.com contributor Ylvs.

Dies ist der dritte Teil des Interviews, das OstenArd.com mit Tad Williams geführt hat, dem Verfasser der ‚Großen Schwerter‘-, ‚Otherland‘-, ‚Shadowmarch‘- und ‚Bobby Dollar‘-Reihen. Williams hat kürzlich die Fertigstellung der Rohfassung des Manuskripts von ‚The Witchwood Crown‘ (‚die Hexenholzkrone’) bekanntgegeben, des ersten Bandes der Fortsetzungstrilogie von ‚die großen Schwerter‘, welche ‚der Letzte König von Osten Ard‘ heißen wird. Die Veröffentlichung wird für das Frühjahr 2016 erwartet.
Teil 1 des Interviews findet sich hier, Teil 2 ist hier.

Die folgenden Fragen stammen von Lesern des Tad Williams Message Board und von Mitwirkenden bei OstenArd.com. In diesem Teil des Interviews fragen wir Williams nach einem Vergleich der Charaktere aus den ‚Großen Schwertern’ mit Bobby Dollar; ob er Pläne hat in eine seiner anderen  Welten zurückzukehren und ob er es jemals bereut hat, ins Dickicht der Welt von Osten Ard zurückzukehren.

OstenArd.com: Tad, Dein jüngster Protagonist, Bobby Dollar scheint manchmal ziemlich zynisch zu sein, aber seine Handlungsweise ist eindeutig die eines Optimisten. ‚Natürlich gehe ich in die Hölle, um meine neue Freundin zu retten (die nicht mal wirklich meine neue Freundin ist)‘. Simon hingegen ist von jugendlichem Idealismus (oder wie manche sagen: Ahnungslosigkeit) geprägt und verdient sich auf seinem Weg erwachsen zu werden, eine gehörige Portion Weisheit.
Wie verändert sich Simons Weltsicht über die Zeit? Würdest Du ihn als Idealisten oder Optimisten bezeichnen? Hat er irgendetwas mit Bobby Dollar und seinem Zynismus gemeinsam, nachdem er nun ein paar Runden mehr um die Sonne gedreht hat?

Tad Williams: Simon ist nach wie vor ein größerer Optimist als Bobby, was zum Teil daran liegt, dass er sich entschieden weigert, ausführlich über die schlimmsten Dinge im Leben nachzugrübeln. Das heißt nicht, dass er sie ignoriert, aber er ist entschlossener, sich nicht von ihnen sein Leben diktieren zu lassen als … sagen wir Miriamele. Ich glaube, ich selber bin von Natur aus ein verwundeter Romantiker, ein Optimist mit einem zynischen Sinn für Humor, kein Zyniker per se. Simon ist – hoffe ich – eine ältere Version seines jüngeren Selbst, also pragmatischer, weniger überrascht wenn die Dinge schlecht laufen. Und er ist sich bewusster, wie anstrengend es ist, die Welt zu verändern. In mancher Hinsicht ist er wahrscheinlich weniger ein Romantiker als Bobby.

Tad Williams erklärt, dass Simon Schneelocke weniger zynisch ist als seine Frau Miriamele – ein Hinweis auf die Handlung?

OA.com: Als Du zur Vorbereitung ‚die großen Schwerter’ gelesen hast – gab es irgendwas im Hinblick auf die Handlung oder die Weltkonstruktion, das Dich hat denken lassen: „Ich wünschte, ich könnte das überarbeiten“? Oder gab es etwas, was Du total vergessen hattest und das Dich positiv überrascht hat?

Tad: Ich dachte: „Ich wünschte, ich hätte es nicht so verdammt lang gemacht.“
Ehrlich gesagt, reagiere ich immer ziemlich ambivalent auf meine eigene Arbeit. Am meisten zucke ich bei Prosaproblemen, wie ich sie nenne, zusammen: zu viele Kommas, zu blumig an unnötigen Stellen etc., nicht so sehr wegen  Entscheidungen, die die Handlung betreffen. Ich denke, ich hatte schon immer ein Händchen für Geschichte und Figuren, daher sind die meisten Sachen, die ich ändern würde technischer Natur, betreffen das Schreiben an sich.
Andererseits bin ich immer angenehm überrascht, wenn sich meine älteren Werke als weniger langweilig erweisen, als ich das machmal befürchte.

Einband von Fluss aus blauem Feuer, der 2. Band von Otherland.

Einband von Fluss aus blauem Feuer, der 2. Band von Otherland.

OAcom: Du hast gesagt, dass Du gerne mehr Orlandogeschichten (Otherland) schreiben möchtest. Meinst Du aus diesem Wunsch könnte ein neues Buch werden oder gar eine Serie? Gibt es eine bestimmte Otherlandsim, die Du gern wiedersehen und ausbauen würdest?

Tad: Nicht so sehr eine bestimmte Simulation, vielmehr würde ich gern 1) mehr Simulationen erschaffen, 2) erforschen wie sich das Otherlandnetzwerk verändert, während es „lebendiger“ wird und sich seiner selbst bewusst oder zumindest sich selbst regulierend, und 3) denke ich, dass Orlandos Lebensumstände an sich und aus sich selbst heraus spannend sind (siehe „Der glücklichste tote Junge der Welt“). Außerdem interessiert mich die Idee, dass einige der künstlichen Lebensformen (oder Halblebensformen) im Netzwerk  aus ganz eigenen, merkwürdig-pseudoreligösen Gründen versuchen könnten, Dread wieder zum Leben zu erwecken.

OAcom: Du hast Dich lange Zeit geweigert, nach Osten Ard zurückzukehren; erwischst Du dich jetzt ,wo Du wieder dort bist bei dem Gedanken: „Was zur Hölle tue ich hier?“

Tad: Jeden verdammten Tag. Besonders wenn ich versuche, mich an Geschichte und Sachen aus den ersten Bänden zu erinnern (also dauernd), statt mir einfach was auszudenken zu können. Aber wie schon gesagt, ist es auch eine richtig spannende Herausforderung. Ich will nicht wie ein kompletter Trottel klingen, aber das ist ein wichtiger Teil dessen, was ich am Schreiben liebe. Ich weiß, dass ich nicht allen damit gefallen werde, aber es wird herrlich rauszufinden, ob ich nicht zumindest einigen eine Freude machen kann.

OA.com:‚Die großen Schwerter‘ wird gerade in Vorfreude auf die neuen Bücher wieder weit überall gelesen und neu entdeckt. Das Leserfeedback ist umfassend positiv. Glaubst du, dass „die alten Hasen“ die neuen Bücher genauso mögen werden? Warum oder warum nicht?

Tad: Wenn überhaupt muss ich mir eher große Mühe geben, diese Bücher für neue Leser spannend zu machen, weil es so viel alte Geschichte, so viele bekannte Charaktere und Handlungsstränge gibt. Ich denke die alten Hasen werden keine Probleme haben, weil es eine MENGE Kontinuität gibt trotz all der Zeit, die vergangen ist.

Anmerkung: das Interview wird mit Teil 4 enden.

Ein Interview mit Tad Williams, Teil 2

Part One of OstenArd.com’s exclusive interview with Science Fiction/Fantasy author Tad Williams into German language by OstenArd.com contributor Olaf K is here. Below is the translation of the second part of the interview, translated by OstenArd.com contributor Ylvs, for German-speakers.

In diesem Teil des Interviews fragen wir Tad Williams, wie es sich anfühlt nach Osten Ard zurückzukehren, wie er auf Michael Whelans Ankündigung reagiert hat, erneut die Umschläge der Originalausgabe zu illustrieren und was er für ‚die Hexenholzkrone‘ so alles recherchiert hat.

Michael Whelan Originalcover von ‚das Geheimnis der Großen Schwerter‘

Michael Whelan Originalcover von ‚das Geheimnis der Großen Schwerter‘

OstenArd.com: Kürzlich wurde angekündigt, dass Michael Whelan, der schon die Originalcover von ‚das Geheimnis der Großen Schwerter‘ gestaltet hat, für ‚Der Letzte König‘ wieder zum Pinsel greifen wird. Als ich im November persönlich mit Michael sprach, war er begeistert und stolz wieder gefragt worden zu sein. Was sagst Du dazu, dass seine großartige Kunst wieder Deine Bücher zieren wird?

Tad Williams:  Ich finde es schlicht wunderbar. Es ist auch schwer vorstellbar, sie irgendjemand anderem zu überlassen, so sehr hat Michael ihnen seinen Stempel aufgedrückt. Ich habe Michaels Arbeit immer geliebt, lange bevor sich unsere Karrierewege kreuzten. Lange bevor ich überhaupt eine Karriere hatte. Ich bin total begeistert und neugierig, was er erschaffen wird und sehr stolz, dass er wieder dabei sein will.

OA.com: Auf dem TadWilliams.com message board hast Du eine Teilliste der Charaktere veröffentlicht. Gibt es Pläne eine detailliertere und umfänglichere Liste zu veröffentlichen? Oder würde das zuviel verraten?

Tad: Ich habe vor die Liste irgendwann – vermutlich nachdem die erste Überarbeitung des Manuskripts abgeschlossen ist – zu  korrigieren und zu aktualisieren. Ich werde vielleicht auch die Kapitelüberschriften verraten. Sie enthalten nichts, woraus man verlässliche Schlussfolgerungen ziehen könnte, aber werden sicher für prima Spekulationen sorgen.

OA.com: Bei der Erstveröffentlichung von ‚die Großen Schwerter‘ war die Reaktion von Kritikerseite enttäuschend, da diese das Werk als reine Genreliteratur lasen und seine Vielschichtigkeit übersahen. Nur einige wenige Kritiker (wie Roz Kavenay) haben über den Tellerrand hinaus geblickt und es als revisionistische Fantasy erkannt. Heute, 30 Jahre später, wird die Trilogie von einer neuen Generation Schriftsteller  (Brandon Sanderson, Christopher Paolini, sogar GRR Martin) als Vorbild genannt und weithin als Klassiker betrachtet.
Bist Du nach wie vor über die  mangelnde Anerkennung durch die Literaturkritik enttäuscht? Und glaubst Du, die neue Trilogie wird das ändern?

Tad: Ich habe mich weitgehend damit abgefunden, dass ich – aus welchen Gründen auch immer – eine dieser seltsamen Geschmacksrichtungen bleiben werde, wie diese merkwürdigen Eiscremesorten, nach denen einige Leute ganz wild sind und andere nicht verstehen, was das ganze Gewese soll. Und um fair zu bleiben: ich schreibe einfach nur die Fantasy- und Science-Fictionbücher, die ich selbst gern lesen würde. Ich halte mich selber nur für halb so wichtig. Aber ja, es ist ermutigend, wenn Leser tatsächlich mitbekommen, dass ich jede Menge Hirnschmalz und Sorgfalt in diese Bücher stecke, dass ich nicht einfach nur extralange Rollenspielabenteuer schreibe, dass ich einiges mehr an Fähigkeiten und Interessen ins Spiel bringe. Meine Frau sagt immer: „Mach dir keine Sorgen, sie (Kritiker und Trendsetter) werden Dir den Hintern küssen, wenn Du erst mal tot bist“, worauf ich gemeinhin antworte: „Das klingt für uns alle nicht lustig.“

OA.com: Hat sich die Gesellschaftsstruktur in Osten Ard in den vergangenen 30 Jahren verändert? Hatten Simons  Jugenderlebnisse nachhaltigen Einfluss auf sein Königsein und wenn ja: war er in der Lage Dinge zu verändern? Wollte er das überhaupt?

Tad: Das wird ein Teil der Geschichte sein, deshalb ist es schwierig zu beantworten ohne Sachen zu verraten. Aber ja: Simon und Miri und die Lektionen, die ihnen das Leben erteilt hat, haben eine Menge damit zu tun, wie sich Osten Ard entwickelt hat. Sie wollen beide „gute“ Herrscher sein und haben seit dem Ende von ‚der Engelsturm’ viel Zeit damit zugebracht herauszufinden, was das bedeutet und wie es erreicht werden kann – mit gemischten Ergebnissen (was für uns alle für alles gilt).

OA.com: Wie schwierig ist es „mit Dir selbst“ zu arbeiten, eine Fortsetzung von etwas zu schreiben, das Du vor über 20 Jahren abgeschlossen hattest? Versuchst Du Stimmung und Stil des Originals zu treffen oder vertraust Du einfach Dir selbst, dass es schon richtig werden wird? Erwischst Du Dich dabei, wie Du Dich an Gedanken oder Gefühle von damals erinnerst, als Du Das Geheimnis der Großen Schwerter geschrieben hast, an Dinge, die Du völlig vergessen hattest?

Tad: Das werde ich erst wissen, wenn ich fertig mit Schreiben bin, denn während ich schreibe besteht alles aus losen Enden und rauen Kanten, die zusammengeführt und geschliffen werden müssen. Da bin ich grade: lauter lose Enden.
Einiges ist einfacher als bei einem ersten Roman, weil ich zum Beispiel schon sehr grundlegend weiß, wer Simon und Miriamele sind und ich ein sicheres Gefühl dafür habe, was für ihr erwachsenes Selbst angemessen ist und was nicht. Aber selbstverständlich versuche ich nicht nur den Stil zu treffen oder die älteren Charaktere glaubhaft aus ihrem jüngeren Selbst zu entwickeln; ich versuche darüber hinaus Eindruck und Auswirkung zu rekreieren. Ich weiß natürlich, dass ich nie wieder eine Geschichte schreiben kann, die den älteren Lesern genauso viel bedeuten wird, doch ich wünsche mir, dass sie sich passend anfühlt, dass ich alten Lieblingsfiguren gerecht werde und gleichzeitig die Fortsetzung durch neues Material rechtfertigen kann. Und natürlich darf ich auch all die neuen Leserinnen und Leser nicht vergessen, die die alten Bücher gar nicht kennen. Die will ich nicht ausschließen, indem ich ein Nostalgiefest feiere. Es ist wirklich ein spannendes und  machmal auch beängstigendes Projekt.

OA.com: Du hast mal erwähnt, dass Du für die Shadowmarchreihe ausführlich recherchiert hast, beispielsweise Geologie, wenn ich mich recht erinnere. Was recherchierst Du für ‚der letzte König‘ ?

Tad: Ach herrjeh, was recherchiere ich nicht? Ich zähl mal ein paar zufällig ausgesuchte Lesezeichen auf:

Die Morrígan,
die Schlacht von Walcourt,
Liste Anglo-sächsischer Ortsnamen,
Eishöhlenbild,
3D-Pläne von Skipton Castle,
Tetraplegie,
Traditionelle gälische Namen,
Mönchtum in Westeuropa,
Männliche und weibliche Tierbezeichnungen,
Geschichte des Wollhandels,
Krähenhorst,
Indoeuropäische Urspache,
Akasha (Name),
Entheogene in der Antike,
Parthenokarpie,
Zentralasiatische Steppen,
das mythische Thule,
Sámi Volk,

und so weiter und so weiter, so ungefähr fünfhundert Lesezeichen lang. Ganz abgesehen von den etwa vierzig Referenzfachbüchern, die ich allein für diese Geschichte benutze und den unzähligen Notizen zu den ersten Büchern und verschiedenem anderen Zeugs. Es steckt eine Menge Recherche in all meinem Kram, aber ich glaube dies hier wird – was die Menge an Material angeht, das ich benutzt habe – nur von ‚Otherland‘ übertroffen.
(wird fortgesetzt)